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ZASP - die interdisziplinäre sozialpsychiatrische Weiterbildung

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Schweizerische Gesellschaft für Sozialpsychiatrie
 

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Inhalt

Den Kern der ZASP bilden der Basiskurs (3 Tage)  und sechs Module (à 4 Tage)

Basiskurs Sozial und Gemeindepsychiatrie

Während die einzelnen Module der ZASP spezielle Themen zum Gegenstand haben, werden im Basiskurs Sozial- und Gemeindepsychiatrie grundlegende und themenübergreifende Fragen zur sozialpsychiatrischen Arbeit thematisiert.
Dazu gehören neben Informationen zu aktuellen Konzepten und Methoden sozialpsychiatrischer Praxis auch Fragen zur eigenen Motivation und Erfahrung und zu grundsätzlichen Themen in der Zusammenarbeit mit psychisch erkrankten Menschen.

Der Basiskurs ist Teil der ZASP - er steht aber allen Personen offen, die mit psychisch erkrankten Menschen arbeiten. 

Langzeitbehandlung und -begleitung

Viele Menschen genesen von psychischer Krankheit. Recoveryprozesse sind aber oft langdauernd und von einem wechselhaften Verlauf geprägt. Psychisches krank sein prägt Biographie und Lebensentwurf – unspezifische Auffälligkeiten und Störungen beginnen oft früh in der Jugend, Behandlung beginnt vielfach wesentlich später und das Alter konfrontiert mit neuen Herausforderungen. Wie gestalten Menschen ihr Leben zwischen Leiden und Zuversicht, Ohnmacht und Selbstvertrauen, Abhängigkeit und Autonomie, Stigmatisierung und Dazugehören ?.
Professionelles Handeln richtet sich auf die Förderung von Lebensqualität trotz einschränkender Bedingungen, das Ermutigen und Unterstützen von Recoveryprozessen und das Vermeiden von chronifizierenden Entwicklungen.

Krisen und Akutsituationen

Akute Krisen – und Notfallsituationen können durch innere oder äussere Belastungen das seelische und psychosoziale Gleichgewicht eines Menschen gefährden oder zusammenbrechen lassen. Krisen sind oft Grund für die Aufnahme in einer psychiatrischen Institution und damit Teil des therapeutischen Handelns. Notfallsituationen verlangen nach einer sofortigen Intervention und sind ein Spezialfall einer Krise.
In einer Krise versagen bisherige und gewohnte Bewältigungsstrategien und überfordern das Beziehungsnetz der betroffenen Menschen. Therapeutische Interventionen tragen zur Linderung, Beruhigung quälender Zustände bei und eröffnen gleichzeitig neue Möglichkeiten der Problembewältigung.

Präventive Orientierung

Psychische Erkrankungen bedeuten eine hohe Belastung für Lebensqualität und Wohlbefinden der Betroffenen, ihren Familien und dem ganzen sozialen Umfeld. Sie sind aber auch gesellschaftlich bedeutsam: Psychische Krankheiten tragen zu etwa 20 % aller behinderungsbedingten Lasten bei und sie führen zu hohen Kosten im Gesundheitswesen und in anderen Sektoren.
Psychische Gesundheit und soziale Lebenslage stehen in wechselseitigen Zusammenhängen. Es stellt sich die Frage, wie Einzelne und Gemeinschaften zu mehr Lebensqualität und psychischer Gesundheit beitragen können.

Integration und Arbeit

Psychische Krankheit kann sich erschwerend auf Handlungskompetenz und soziale Teilhabe auswirken. Dies betrifft neben der alltäglichen Lebensbewältigung vor allem den Bereich Arbeit. Rehabilitation bezieht sich auf das Wiedererlangen praktischer Handlungskompetenzen und die Unterstützung beim Zugang zum sozialen Leben und der Arbeitswelt. Rehabilitative Unterstützung richtet sich darum gleichermassen auf die Förderung der Person, wie die Gestaltung des Umfelds. Obwohl administrativ und organisatorisch vielfach getrennt sind Behandlung und psychosoziale Rehabilitation, sich ergänzende und zusammenhängende Zugänge.

Selbsthilfe und Zusammenarbeit mit Betroffenen und Angehörigen

Selbsthilfe bezweckt auf der persönlichen Ebene die Stärken der Menschen zu entdecken und zu entwickeln und ihre Möglichkeiten zu fördern, ihr Leben und ihre Situation selbst zu bestimmen und zu kontrollieren. Im weiteren bezweckt die Selbsthilfe die Organisation betroffener Menschen und Schaffung von Strukturen , die ihre Anliegen in der Offentlichkeit thematisieren und so der Stigmatisierung und Diskriminierung entgegentreten. Selbsthilfe ist eine Möglichkeit Isolation zu durchbrechen und solidarisch für gemeinsame Anliegen einzustehen.
Kooperation und Einbezug von Betroffenen und Angehörigen: Kooperation geht über eine Zusammenarbeit hinaus, Kooperation heisst auch Annerkennung verschiedener Erfahrungen von Betroffenen und Angehörigen. Verschiedene Bedürfnisse und Erfahrungen münden in verschiedene Forderungen an die Angebote psychiatrischer Hilfe: Behandlungsvereinbarungen, Beschwerdestellen, Einbezug Psychiatrieerfahrener in psychiatrische Angebote etc.

Soziales und kulturelles Anderssein

In der Psychiatrie haben wir es immer mit anderen Menschen und mit uns selbst zu tun. Wir versuchen Personen und ihre Situation zu verstehen und gehen dabei in der Regel von unseren eigenen Erlebnisweisen (obwohl uns diese manchmal selbst nicht verständlich sind ) und von unserer Lebenserfahrung aus. Andere Personen unterscheiden sich aber immer von uns. Unterschiede sind ausgeprägter bei Menschen des anderen Geschlechtes, Menschen aus einer anderen sozialen Schicht oder von einer anderen ethnisch-kulturellen Herkunft, bei Menschen einer anderer Religion oder Spiritualität und bei denen, die sich in einem anderen Lebensabschnitt befinden.